Kartoffeln: Warum du die Schale besser nicht mitessen solltest

Hannah Klaiber
·Freie Journalistin
·3 min read

Viele offizielle Stellen raten vom Verzehr von Kartoffelschalen ab, weisen aber auch darauf hin, dass Ausnahmen in bestimmten Fällen nicht dramatisch sind. Worauf du in dem Fall unbedingt achten solltest und warum das Kochen mit Schale hingegen immer eine gute Idee ist!

Bei manchen Gerichten bietet es sich an, die Schale nicht zu entfernen. Dies ist aber leider nicht immer eine gute Idee. (Bild: Getty Images)
Bei manchen Gerichten bietet es sich an, die Schale nicht zu entfernen. Dies ist aber leider nicht immer eine gute Idee. (Bild: Getty Images)

Bei vielen Gemüsesorten wie beispielsweise Zucchinis oder Karotten stecken die wertvollsten Nährstoffe tatsächlich in der Schale. Ganz anders verhält es sich allerdings bei Kartoffeln: Wie unter anderem die Verbraucherzentrale Bayern berichtet, erhöht sich der Gesundheitswert nicht wesentlich, wenn du Kartoffeln ungeschält verspeist, allerdings steigt dadurch die Gefahr, erhöhte Mengen an Solanin aufzunehmen.

Was ist Solanin und warum ist es schädlich?

Solanin ist ein natürlicher Giftstoff in Kartoffelpflanzen, der sich in erhöhtem Maße vor allem in der Schale, direkt unter der Schale, bei grün gewordenen Kartoffeln sowie bei unreifen Kartoffeln bildet. Je nach Kartoffelsorte liegt der Grundgehalt an Solanin laut des Landeszentrum für Ernährung zwischen 0,002 und 0,01%. Bei einer hohen Aufnahme von Solanin kann es zu Erbrechen, Durchfall, Kopfschmerzen, Müdigkeit und zu neurologischen Störungen kommen.

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Wer mehr als zwei Milligramm Solanin pro Kilogramm seines Körpergewichts zu sich nimmt, riskiert dramatische gesundheitliche Schäden, die bis zum Tod führen können. Bei einer Person mit einem Körpergewicht von 60 Kilogramm wären das laut "Foodwatch" etwa 600 bis 900 Gramm ungeschälte Kartoffeln – also eine sehr große Portion. Übrigens: Ganz egal, ob du deine Kartoffeln kochst, brätst oder frittierst: Solanin ist hitzebeständig und bleibt größtenteils erhalten.

Um den Solaningehalt so gering wie möglich zu halten, empfiehlt die Verbraucherzentrale:

Kartoffeln möglichst in lichtundurchlässigen Verpackungen kaufen (z.B. Papiertüten).

Kartoffeln kühl und dunkel lagern (z.B. Keller, Speisekammer). Ist das nicht möglich, nur kleine Mengen an Kartoffeln kaufen und zügig verbrauchen.

Grüne Stellen und "Augen" immer großzügig wegschneiden. Sie enthalten am meisten Solanin. Großflächig grüne oder stark ausgekeimte Kartoffeln nicht mehr verzehren.

Du möchtest die Kartoffeln hin und wieder dennoch mit Schale essen? Das musst du beachten:

Kinder, Kranke, Schwangere oder ältere Menschen sollten aufgrund des Solaningehalts komplett darauf verzichten, Kartoffeln mit Schale zu essen. Alle anderen achten unbedingt darauf, die Maximalmenge nicht zu überschreiten. Außerdem solltest du stets über die Verwendung von Keim- und Schimmelhemmungsmittel im Bilde sein, bevor du die Kartoffeln mit Schale zubereitest. 

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Möchtest du sicher sein, dass du unbehandelte Kartoffeln kaufst, achte auf die Kennzeichnung. Behandelte Kartoffeln müssen auf dem Etikett (bei loser Ware auf dem Schild) den Hinweis "nach der Ernte behandelt" tragen. Bio-Kartoffeln dürfen grundsätzlich nicht mit chemischen Mitteln behandelt werden.

Kartoffeln am besten mit Schale kochen

Laut Verbraucherzentrale ist es sinnvoll, die Kartoffeln erst zu kochen und danach zu schälen, um größere Vitamin- und Mineralstoffverluste zu vermeiden. Das Kochwasser sollte anschließend nicht weiterverwendet werden, da das Solanin zum Teil ins Wasser übergeht.

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