Influencerin entschuldigt sich für Nacktfotos auf einem Elefanten

Hannah Klaiber
·Freie Journalistin
·3 min read

Alesya Kafelnikova posierte nackt auf dem Rücken eines Elefanten und wollte damit ihre Liebe zur Natur unterstreichen. Viele Follower und Tierschützer sehen das allerdings anders – und überschütten die 22-Jährige mit Kritik.

Asiatische Elefanten sind vom Aussterben bedroht. (Bild: Getty Images)
Asiatische Elefanten sind vom Aussterben bedroht. (Bild: Getty Images)

Es liegt wohl in der Natur der besonderen Spezies "Influencer", auf der Jagd nach DEM sensationellen Foto regelmäßig Grenzen zu überschreiten und sich über Nachwehen keinerlei Gedanken zu machen. Die schönsten Orte der Welt werden von Nachahmern überrannt, geschützte Gebiete zerstört oder – wie aktuell – gefährdete Tierarten kurzerhand zur Requisite degradiert. 

So postete Alesya Kafelnikova jüngst ein Foto, das sie splitterfasernackt auf dem Rücken eines Asiatischen Elefanten zeigt und das sie mit folgenden Worten versah: "Es liegt in der menschlichen Natur, die Natur zu lieben." Ein Satz, der einmal mehr daran zweifeln lässt, ob es wohl grundsätzlich in der Natur sensationshungriger Influencer liegt, nachzudenken.

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Aufgenommen wurde das Bild – das wir aus wohl verständlichen Gründen hier nicht veröffentlichen wollen – auf der indonesischen Insel Bali, wo Tierattraktionen (unter normalen Umständen) tausende Touristen locken. Doch Tierschützer warnen bereits seit Jahren, dass Tiere auf der Urlaubsinsel unter unwürdigen Bedingungen gehalten und qualvoll dressiert werden. So testete 2018 beispielsweise die internationale Tierschutzorganisation "World Animal Protection" 26 Zoos, Parks, Safari-Anlagen, Aquarien und Marine-Parks auf Bali und Lombok. Dabei stellten die Tierschützer fest, dass keine einzige Einrichtung auch nur die Grundbedürfnisse von wilden Tieren erfüllen kann.

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Kein Wunder also, dass sich die Influencerin Kafelnikova, die mehr als 550.000 Follower zählt, schon kurz nach der Veröffentlichung des Nacktshootings mit dem Elefanten vielen kritischen Stimmen stellen musste. Kommentare wie "Armer Elefant. Schämst du dich nicht, nackt auf seinem Rücken zu liegen? Das ist ein Lebewesen" wollte sie zunächst mit dem Argument abschwächen, sie habe eine Spende an die Tiere und die Einheimischen geleistet. In einem Post von Kafelnikova hieß es zudem: "Schade, dass die Menschen dies als vulgär und nicht als Schönheit und Liebe zur Natur ansehen."

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Die Kritik an ihrem Post verstummte nicht – ganz im Gegenteil. Neben aufgebrachten Followern äußerten sich auch Tierschutzorganisationen: "Eine weitere tragische Trivialisierung des majestätischen Asiatischen Elefanten, der nicht nur um seine Existenz, sondern auch gegen den brutalen Missbrauch im Tourismus und der menschlichen Unterhaltungsindustrie kämpft", sagte ein Sprecher von "Save the Asian Elephants" gegenüber "The Sun". Letztendlich sah sich die Influencerin dann doch gezwungen, sich zu entschuldigen: "Mit diesen Bildern wollte ich zeigen, dass ich Tiere und insbesondere Elefanten mehr als alles andere liebe und respektiere", so Kafelnikova. Und weiter: "Es tut mir leid, wenn ihr etwas anderes darin seht." Immerhin wurde das Foto unterdessen aus ihrem Account gelöscht.

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Es wäre sehr schön gewesen, wenn die 22-Jährige ihre Reichweite nicht für ein Bild genutzt hätte, das die qualvollen Bedingungen relativiert, unter denen Tiere in Tourismusgebieten oft gehalten und dressiert werden. Sondern vielleicht für eine wichtige Erkenntnis. Beispielsweise diese: Dass wilde Tiere direkt mit dem Menschen interagieren, von ihnen gestreichelt oder gefüttert werden, ist nicht natürlich und dient auf gar keinem Fall deren Wohlergehen. Wer die Natur also wirklich liebt, verzichtet auf das Selfie – und leistet damit einen wichtigen Beitrag, die grausamen Lebensbedingungen der wilden Tiere zu beenden.

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